2.0 oder Willkommen zurück

Glückwunsch, du hast den weiten Weg durch Mittelerde das Internet auf dich genommen, um mich auf der Reise von alten Gefilden zu neuen Ufern zu begleiten. Soll heißen, mit einem beherzten Klick hast du es vom alten Blog – hierher – auf den Neuen geschafft. Herrlich was dieses Internet so alles kann… Ach du bist neu hier? Welcher alte Blog, fragst du dich? Das ist ehrlich gesagt gar nicht so wichtig, Hauptsache du bist jetzt hier! Na gut, na gut, ein bißchen mehr Erklärung gibt es noch. Du sollst ja wissen, worauf du dich eingelassen hast.

Es gibt eine Menge Gründe, warum ich letzten Sommer plötzlich meine Lust aufs Schreiben verloren und mir seit dem nie wieder Zeit dafür genommen habe. Kurz zusammengefasst könnte man wohl sagen: Das Leben hat sich heftig eingemischt. Manchmal gerät es einfach aus der Bahn (du kennst das sicher) und streckenweise schafft man es erst nach längerer Zeit zurück auf die Straße. Oder – wie in meinem Fall – muss man sich erst eine neue, befahrbare Straße suchen. Doch meine Suche wurde erheblich dadurch erschwert, dass ich die Straßenschilder nicht lesen konnte oder es einfach keine gab. Das soll heißen, ich fühlte mich ziemlich verloren. Ich WAR eine Zeit lang ziemlich verloren. In meinem Kopf. Allein mit meinen Gedanken. Und diese Gedanken waren wild und unbarmherzig. Sie habe eine Menge unbequeme Fragen gestellt und ich habe eine ganze Zeitspanne gebraucht, um meine Antworten zu finden. Man nennt so etwas eine „mittelschwere depressive Phase“.

Warum erzähle ich dir das? Weil ich, in den letzten knapp zwei Jahren, eine Menge über mich und das Leben ganz allgemein gelernt habe. Ein paar Sachen davon halte ich sogar für so wichtig, dass ich sie mit dir teilen werde – hier auf meinem Blog. Denn irgendwie verlieren wir alle zwischendurch mal unseren Verstand und manchmal braucht es nur ein paar aufmunternde Worte, damit man sich dabei nicht so dermaßen verloren fühlt.
Es ist außerdem gut ab und an zu lesen, dass anderen Menschen ebenfalls heftige Dinge passieren und sie dennoch die Kraft finden weiterzumachen.
Und zu guter Letzt – wenn es auch nur einen Tag in deinem Leben gibt, an dem du dich wirklich verloren fühlst, dann sollst du wissen, dass es daran nichts gibt wofür du dich schämen musst. Lange Zeit hat man mir eingeredet, es wäre nicht richtig so zu leben: himmelhoch jauchzend und dann wieder zu Tode betrübt. Was die Menschen in meinem Leben nicht verstehen woll(t)en ist, dass man sich das manchmal nicht aussuchen kann. Genauso wenig wie diese Gedanken und Gefühle, die einem ab und an durch Kopf und Herz streifen und einfach alles durcheinander bringen. Darauf hat man keinen Einfluss, man kann nur lernen damit umzugehen. Und ein guter Schritt in diese Richtung ist es, darüber zu reden – oder zu schreiben.

Also schreibe ich jetzt wieder. Aber ich wollte nicht einfach auf dem alten Blog weiterschreiben oder ihn löschen. Nein, ich wollte irgendwie weitermachen und gleichzeitig neu anfangen. Falls es dir nicht gefällt, dann überspring‘ einfach ein paar Zeilen, Blogeinträge oder gleich den ganzen Blog. Noch hast du die freie Wahl. (Nicht wie Frodo, der musste einfach immer weitergehen.) Und denke nicht, dieser Blog wird ein Sammelsurium dunkler, unheilvoller Gedanken und Geschichten erfüllt von Selbstmitleid und Schuldzuweisungen, denn das Leben hat so viel mehr zu bieten, als eine Phase dunkler Wolken. Auch das möchte ich angemessen würdigen und zelebrieren. Denn so bin ich: an einem Tag geht es für mich steil bergab und am nächsten genieße ich schon wieder die Aussicht von der Bergspitze (… nicht Schicksalsberg, eher so Erebor). Und gern rücke ich dort oben ein Stück zur Seite, damit du dich zu mir gesellen kannst. Also lass uns gemeinsam die Aussicht auf das Leben genießen. Es ist schön, dass du hier bist.

<3-lichst britpott